WB-018Weber Erbe aus dem Wiesental
Zell im Wiesental als Geburtsstadt
Fachwerk, Orgelmusik und Weber-Gedenken: Was Zell im Wiesental als Geburtsstadt von Constanze Weber für Besucher und Geschichte heute noch bietet.
Die Redaktion von Stromkreis · 10 Min. Lesezeit · Eintrag geprüft am

Zell im Wiesental ist die Geburtsstadt von Constanze Weber, die am 5. Januar 1762 als Tochter des Amtmanns Fridolin Weber dort geboren wurde. Du kannst dort Talorte an der Wiese, hoch gelegene Dörfer, Wasserfälle und Spuren der Textilzeit in einem Rundgang verbinden.
Die hier genannten Details hat die Redaktion auf Stadt im Landkreis Lörrach nachgelesen.
Wenn du durch die Stadt gehst, liest du die Geschichte an den Orten selbst. Die Schopfheimer Straße führt mit der katholischen Stadtpfarrkirche im Hintergrund durch den Kern, und von dort öffnen sich Wege in die Ortsteile, zum Wasser und zu den Höhen. Stromkreis erklärt dir, was du dabei einordnen kannst.
Was macht Zell zur Geburtsstadt von Constanze Weber
Constanze Weber wurde am 5. Januar 1762 in Zell als Tochter des Amtmanns Fridolin Weber geboren. Ihr Vater heißt in der Darstellung auch Franz Fridolin Weber. Er bekleidete das Amt von 1754 bis 1763. Er war der Onkel von Carl Maria von Weber und wurde später der Schwiegervater Mozarts. Die Verwaltung der Vogtei lag damals bei zwei Personen. Der Vogt wurde von der Bürgerschaft auf zwei Jahre gewählt, der Amtmann wurde vom herrschaftlichen Haus bestimmt.
Du kannst diese Familienstellung gut verstehen, wenn du dir die Vogtei als Verwaltungsbezirk vorstellst. Wenn du mehr über ihren Lebensweg lesen willst, findest du Constanze Weber Leben mit Mozart. Dort ordnet das Magazin die Zeller Herkunft in die spätere Zeit ein.
Wo liegt Zell zwischen Tal und Höhe
Zell im Wiesental bildet das Zentrum des Zeller Berglandes. Es liegt im südlichsten Teil des Schwarzwaldes auf einer Höhe von 415 m bis 1300 m über NN zwischen Basel und dem Feldberg im großen Wiesental. Dominierende Berge sind der Zeller Blauen mit 1077 m nördlich von Zell und die Hohe Möhr mit 989 m im Südosten auf Schopfheimer Gebiet. Der höchste Punkt des Zeller Gemeindegebiets liegt auf dem Blauen, der tiefste liegt im Südwesten an der Grenze zu Hausen auf 415 m.
Für dich heißt das, dass du kurze Wege zwischen Tallage und Berglage hast. Die Ortsteile Zell, Atzenbach und Mambach liegen im Tal der Wiese, während Adelsberg, Gresgen, Pfaffenberg und Riedichen mit 660 m, 708 m, 730 m und 650 m bis 710 m deutlich höher liegen. Plane Schuhe und Zeit nach der Höhenlage deines Ziels.
Welche Ortsteile gehören zur Stadt
Zur Stadt Zell im Wiesental gehören mit den früher selbstständigen Gemeinden Adelsberg, Atzenbach, Gresgen, Mambach, Pfaffenberg und Riedichen die Stadt selbst und 20 weitere Dörfer, Weiler, Zinken und Höfe oder Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Adelsberg gehören die Dörfer Adelsberg mit Oberdorf und Unterdorf und Blauen. Die ehemaligen Gemeinden Atzenbach und Gresgen bestehen nur aus den gleichnamigen Dörfern. Zur ehemaligen Gemeinde Mambach gehören das Dorf Mambach, die Zinken Saufert und Silbersau, der Hof Mühlschau, das Haus Baumwollspinnerei und die Bergklause Maria Frieden.
Zur ehemaligen Gemeinde Pfaffenberg gehören das Dorf Pfaffenberg, der Weiler Käsern und die Zinken Helblingsmatt und Hollbühl mit Biegematthof. Zur ehemaligen Gemeinde Riedichen gehören das Dorf Riedichen, der Weiler Gaisbühl und die Zinken Grüneck und Hütten. Zur Stadt in den Grenzen vom 29. Februar 1972 gehören die Stadt Zell im Wiesental und die Höfe Oberer Henschenberg und Unterer Henschenberg. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Atzenbach liegen die Wüstungen Itzingen, Schowingen und Zizingen.
Warum ist von Vorderhag und Hinterhag die Rede
Die Unterteilung der Vogtei Zell in Vorderhag für die heutige Gemeinde Zell ohne Gresgen und Hinterhag für die heutige Gemeinde Häg-Ehrsberg kann sich von einem Hag ableiten. Hag steht alemannisch für einen Zaun. Die Bevölkerung errichtete vielerorts solche Landhage zum Schutz gegen umherziehende Plünderer. Eine andere Deutung sieht in dem namensgebenden Hag einen Schutzwall gegen die Ausbreitung einer Seuche.
Der Hintergrund sind wiederholte Kriegslasten. Ende des 15. Jahrhunderts zogen plündernde Armagnaken durch die Gegend, nördlich von Zell kam es bei Schönenbuchen angeblich zu einem Gefecht zwischen zwei Armagnakengruppen. 1446 erfolgte ein Feldzug der Basler gegen die vorderösterreichischen Besitzungen der Habsburger, in dessen Verlauf auch Zell am Ostermontag geplündert wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Zell von schwedischen Truppen besetzt, wobei der Turm der Pfarrkirche in Brand gesetzt wurde. Später litt Zell unter Besatzungskosten, Frondiensten, Einquartierungen und Kontributionen, 1735 nahmen die Franzosen den Amtmann, den Vogt und acht weitere Bürger und Geschworene als Geiseln mit nach Hüningen. Am 22. Oktober 1796 kam es auf der Schwarznau zum Gefecht zwischen den Franzosen auf der einen Seite und 400 kaiserlichen Soldaten sowie Wiesentäler Miliz auf der anderen Seite, sechs Bürger der Zeller Vogtei fielen, acht weitere wurden verwundet. 1799 wurde ein Angriff der Franzosen von einer österreichischen Scharfschützenkompanie abgeschlagen.
Wie wurde aus der Mönchszelle eine badische Stadt
Zell wurde vermutlich um das Jahr 1000 als Mönchskolonie oder Einsiedelei des Säckinger Fridolinsklosters gegründet und im Jahr 1275 im Zehntbuch der Diözese Konstanz erstmals urkundlich erwähnt. Darin werden von Pfarrer Waltherus in Celle zwei Raten zu 34 und 33 Pfund Basler Währung als Kreuzzugszehnt verlangt. Von den heutigen Ortsteilen wurden Atzenbach und Gresgen noch vor Zell genannt. Beide tauchen als Atzo und Greszkon in einer Schenkungsurkunde von Walcho von Waldeck aus dem Jahr 1113 auf. Der Ortsname Gresgen beruht wohl auf Grasinchoven, ein Name, der auf eine Entstehung im 9. oder 10. Jahrhundert hindeutet. Mambach folgte im Jahre 1377, Pfaffenberg und Riedichen gemeinsam mit dem Gaisbühl, aber ohne das bereits 1396 erwähnte Käsern, im Säckinger Zinsrodel des Jahres 1439. In Adelsberg besteht ein vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammender Wohnturm.
Zell bildete den Hauptort eines Dinghofes beziehungsweise einer Vogtei. Sie umfasste mit Ausnahme Gresgens die gesamte Fläche der heutigen politischen Gemeinden Zell und Häg-Ehrsberg, eine Fläche von rund 5200 Hektar. Das Meieramt ging im 14. Jahrhundert von der Familie derer von Stein und Altenstein auf die mit ihnen verwandten Schönauer über, die dadurch eine bis 1831 andauernde Grundherrschaft begründen konnten. Ab 1601 sprach der Säckingsche Lehensbrief nicht mehr vom Meieramt, sondern von der hohen und niederen Gerichtsbarkeit über die Dörfer der Vogtei Zell. Durch den Frieden von Pressburg fiel Vorderösterreich und mit ihm die Vogtei Zell an Baden, das 1806 zum Großherzogtum wurde. Im Jahr 1810 erhielt Zell durch Großherzog Karl Friedrich das Stadtrecht. Am 1. Juni 1811 wurde die Vogtei Hinterhag auf die neuen Gemeinden Häg und Ehrsberg aufgeteilt und von Zell abgetrennt. Im gleichen Jahr wurden die Gemeinden Adelsberg, Atzenbach, Mambach, Pfaffenberg und Riedichen gegründet und ebenfalls von Zell getrennt. Wer die knappen Kerndaten in einem Blick behalten will, findet die Stadt im Landkreis Lörrach mit Lage, Fläche und Geschichte.
Wo siehst du noch die frühe Industrie
Untrennbar mit der Industrialisierung in Zell verbunden ist der Name des Vogtes Meinrad Montfort und seines Bruders Peter. 1776 beantragte der Vogt die Genehmigung für den Bau einer Hammerschmiede. Die vorderösterreichische Regierung genehmigte und unterstützte das Vorhaben gegen den Widerstand der Gemeinde und der Bevölkerung, die eine größere Brandgefahr befürchtete. Nach Beschädigungen der im Bau befindlichen Schmiede wurde eine Militärabteilung nach Zell beordert und mehrere Bürger kamen ins Zuchthaus. Schließlich erwarben die Brüder Montfort ein Gelände auf der Schwarznau im Süden der Stadt und errichteten dort ihre Hammerschmiede.
Montfort ließ in Zell Baumwolle spinnen und ließ Weber aus Augsburg kommen, um die Einheimischen auch in dieser Tätigkeit auszubilden. Daneben betrieben er und sein Bruder auch eine Mühle, eine Brauerei und eine Bleicherei. Im Zuge der Französischen Revolution und der später verhängten Kontinentalsperre kamen die Unternehmungen in Schwierigkeiten. Die Baumwollfabrik ging ein, nur eine kleine Baumwollweberei überlebte, bis sie 1837 verkauft wurde. Die Hammerschmiede wurde 1856 an den Hausener Jakob Bernauer verkauft und zu einer Gießerei umgebaut. Im 19. und 20. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiger Produktionsort der badischen Textilindustrie. Wenn du heute über die Schwarznau gehst, denke an diesen Wechsel von Hammerwerk zu Spinnerei und Gießerei.
Welche Wasserfälle und Bäume kannst du aufsuchen
Auf Zeller Gemarkung befinden sich sieben Naturdenkmäler. Dazu gehören die Bergkuppe des Rümmelesbühl bei Gresgen, die Atzenbacher Wasserfälle, die Höllwasserfälle bei Pfaffenberg und die Fischbach Wasserfälle bei Zell. Dazu kommen drei Bäume. Es sind eine einzeln stehende Weidelinde im Moosrain bei Pfaffenberg, die Fichte Einsame Tanne in der Nähe der Hohen Möhr sowie eine Weidbuche im Erlenboden bei Gresgen.
Du kannst dir eine kleine Runde nach der Lage deiner Unterkunft wählen. Wer im Tal startet, erreicht die Fischbach Wasserfälle bei Zell ohne große Höhenmeter. Wer in Pfaffenberg oder Gresgen steht, verbindet die Höhenbühle mit den Fällen und den alten Einzelbäumen. Nimm festes Schuhwerk mit, denn an Fällen und Kuppen ist der Boden oft feucht und uneben.
Was schützt die Weidfelder und Wälder um Zell
Das gesamte Gemeindegebiet Zells ist Teil des Naturparks Südschwarzwald und des Biosphärengebiets Schwarzwald. Daneben hat Zell Anteil an zwei Fauna-Flora-Habitat-Gebieten. 111,87 Hektar der Gemarkung gehören zum Gebiet Weidfelder im Oberen Wiesental. Die für den Hochschwarzwald typische Kulturlandschaft aus Weidfeldern, Buchenwäldern und Wiesenbächen hat eine Gesamtfläche von mehr als 1700 Hektar und bietet unter anderem Lebensraum für Groppe, Bachneunauge, Grünes Gabelzahnmoos, Spanische Fahne und Großes Mausohr. 3,53 Hektar gehören zum Gebiet Röttler Wald. Es handelt sich um ein über mehrere Gemeinden verteiltes, mehr als 2500 Hektar großes, strukturreiches Wald- und Wiesengebiet mit Buchenaltbeständen. Zu den darin heimischen Arten gehören die Gelbbauchunke, der Hirschkäfer, die Helm-Azurjungfer, das Grüne Gabelzahnmoos, die Bechstein- und die Wimpernfledermaus sowie das Große Mausohr.
Ein kleines Gemarkungsstück von 1,71 Hektar ist Teil des Vogelschutzgebiets Südschwarzwald mit einer Gesamtfläche von 33515,91 Hektar. Zu dessen Arteninventar gehören unter anderem der Uhu, Wanderfalke, Schwarzmilan, Wespenbussard und der Zitronengirlitz. Geologisch prägen zwei Gesteinstypen den südlichen Ausläufer des Schwarzwaldes. Im Südwesten an der Grenze zu Hausen findet sich Malsburger Granit, nordöstlich hiervon um Hohe Möhr und Zeller Blauen dominiert Mambacher Syenit, ein magmatisches Gestein, das durch Durchmischung von Magma mit metamorphen Sedimenten entstand. In beiden Regionen finden sich zahlreiche in Nordwest-Südost-Richtung verlaufende Granit- und Porphyrgänge. Klimatisch zeigen die Ortsteile deutliche Unterschiede, die Apfelblüte erfolgt in den höher gelegenen Ortsteilen etwa 10 Tage später als im Tal.
Wie verbindest du den Rundgang mit der Webergeschichte
Zell im Wiesental liegt im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Die Basisdaten nennen 36,12 Quadratkilometer Fläche, 6215 Einwohner zum 31. Dezember 2025 und 172 Einwohner je Quadratkilometer. Die Postleitzahl lautet 79669, die Vorwahl lautet 07625. Die Adresse der Stadtverwaltung lautet Constanze-Weber-Gasse 4 in 79669 Zell im Wiesental. Bürgermeisterin ist Marion Isele. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn von Norden beginnend Kleines Wiesental, Fröhnd, Häg-Ehrsberg, Schopfheim und Hausen im Wiesental. Aufgrund einer Waldexklave nordwestlich der eigentlichen Gemarkung zwischen den Häg-Ehrsberger Ortsteilen Happach und Altenstein grenzt Zell außerdem an Todtmoos und damit an den Landkreis Waldshut.
Für deinen Besuch heißt das, dass du zuerst die Talachse Zell, Atzenbach und Mambach liest und dann einen Höhenort wie Pfaffenberg oder Gresgen wählst. Wenn du die Familie Weber aus Zell entdecken willst, halte dich an die Namen und Jahre, die belegt sind. Wenn du den örtlichen Rahmen suchst, hilft dir die Weberfamilie und Mozartzeit zur Einordnung. Schreibe dir vor dem Losgehen drei Halte auf, die Kernstadt mit Pfarrkirche, einen Wasserfall und einen Höhenort, und gehe sie in dieser Reihenfolge ab.
Die Redaktion von Stromkreis · contact@infotronic.org


