SM-012Smart Home und Sicherheit
Rauchmelderpflicht in Deutschland
Pflicht in allen Bundesländern, Montage in Flur und Schlafzimmer: Welche Rauchmeldertypen Haushalte brauchen und wie Wartung sicher gelingt.
Die Redaktion von Stromkreis · 9 Min. Lesezeit · Eintrag geprüft am

Im Schlafzimmer, im Kinderzimmer und im Flur hängt in Deutschland ein Rauchmelder an der Decke, weil Brandrauch nach oben steigt. Du erfährst hier, wo die Pflicht gilt, welcher Meldertyp zu welchem Raum passt und wer Einbau, Wartung und Kosten trägt.
Die hier genannten Details hat die Redaktion auf automatischen und manuellen Meldern nachgelesen.
Warum weckt dich Rauch früher als Hitze?
Als Brandmelder gelten technische Geräte zum Auslösen eines Alarms bei einem Brand in Wohnungen, öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsmitteln oder Industrieanlagen. Unterschieden werden automatische Melder, die den Brand anhand physikalischer Eigenschaften selbst erkennen, und nichtautomatische Melder, die von Hand betätigt werden müssen. Der Alarm soll Personen warnen und wecken, Maßnahmen zur Brandbekämpfung einleiten und meist das Personal oder die Feuerwehr alarmieren. Bei einem Brand kann eine Rauchgasdurchzündung als Rollover schon nach drei bis vier Minuten erfolgen und das Feuer kann sich extrem ausbreiten. Ein früher Alarm ist deshalb nicht nur in schwer zu räumenden Gebäuden wie Hotels, Einfamilienhäusern mit vielen Kindern oder Seniorenheimen sinnvoll, sondern in jeder Wohnung. Ein Wärmemelder schlägt erst an, wenn die Raumtemperatur einen maximalen Wert von etwa 60 Grad überschreitet oder stark ansteigt. Eine wache Person erkennt den Brand deutlich früher, eine schlafende Person würde durch Brandgase ersticken, bevor der Wärmemelder reagiert.
Wo müssen Melder in deiner Wohnung hängen?
Die Bauordnungen aller Bundesländer legen fest, dass Vermieter oder Eigentümer für die fachgerechte Installation zuständig sind. Auszustatten sind Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure in Wohnungen, die als Flucht- oder Rettungswege dienen. In Berlin und Brandenburg sind Rauchmelder auch in Wohn- und Arbeitszimmern Pflicht. In Baden-Württemberg sollen sie zudem in allen Räumen außerhalb von Wohnungen oder Wohnhäusern angebracht sein, in denen Personen bestimmungsgemäß schlafen. Für den Montageort ist die Bedienungsanleitung maßgeblich: Die Montage erfolgt immer an der Zimmerdecke, bestenfalls in der Mitte des Raums, weil Brandrauch nach oben steigt. Wer sich mit Strom und Prüfung im Haus befasst, findet verständliche Erklärungen unter E-CHECK im Einfamilienhaus: Ablauf, Kosten und Nutzen.
Was gilt in den 16 Bundesländern für Bestand und Neubau?
Die Rauchmelderpflicht für privaten Wohnraum gilt in allen 16 Bundesländern, für vermieteten und für selbst genutzten Wohnraum. Sie gilt bei Neu- und Umbauten, die jeweilige Landesbauordnung regelt Details zu Terminen, Fristen, Installation und Wartung. Rheinland-Pfalz schrieb die Pflicht früh vor, für Neubauten seit 2003 und für Bestandsbauten seit dem 12.07.2012. Hamburg folgte für Neubauten seit 2006 und für Bestand seit dem 01.01.2011. In Berlin und Brandenburg endete die Übergangsfrist für Bestandsbauten am 31.12.2020, seit 2021 müssen dort auch alle Bestandsbauten ausgestattet sein. Sachsen verlangt die Ausstattung für Neubauten seit 2016 und für Bestandsgebäude seit dem 31.12.2023. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gilt die Pflicht schon seit etwa 10 Jahren, dort endet nach 10 Jahren Betriebszeit die Lebensdauer der eingebauten Elektronik, sodass installierte Melder rechtzeitig durch neue Geräte auszutauschen sind.
Wer baut ein und wer prüft danach?
Für Neubauten und für Bestandsbauten nennt die Übersicht als Zuständigen für die Installation den Eigentümer oder Vermieter. Für die Wartung nennt sie je nach Bundesland entweder den Mieter, wobei der Eigentümer die Wartung übernehmen kann, oder den Eigentümer oder Vermieter. In Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen steht der Mieter mit Übernahme durch den Eigentümer in der Spalte, in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen steht der Eigentümer oder Vermieter. Doch der Vermieter bleibt immer in der Pflicht, die von ihm oder über Dritte installierten Melder betriebsbereit zu halten, also die regelmäßige Wartung zu übernehmen. Diese mietrechtliche Pflicht verdrängt auch anderslautende Regelungen zur Zuständigkeit in einzelnen Landesbauordnungen.
Wer zahlt Einbau, Batteriewechsel und Austausch?
Die Bauordnungen enthalten Regelungen über die Zuständigkeit für Installation und Wartung, sagen aber nichts darüber, wer jeweils die Kosten trägt. Wer eine Wohnung oder ein Wohnhaus selbst nutzt, trägt die Kosten für Installation und Wartung selbst. Lässt der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft auf eigene Kosten installieren, kann der Vermieter Anschaffung und Installation als Investitionskosten nur über eine anteilige Erhöhung der Kaltmiete umlegen, jährlich maximal 8 Prozent der Investitionskosten nach dem Mietrecht des BGB. Die Wartungskosten kann er umlegen, sofern er die Wartung selbst übernimmt oder auf einen Dienstleister überträgt und der Mietvertrag diese Umlage als Neben- oder Betriebskosten zulässt. Ist im Mietvertrag die Umlage abschließend aufgezählt oder eine pauschale Warmmiete vereinbart, bedarf es zunächst einer ausdrücklichen Ergänzung zum Mietvertrag. Anschaffung und Installation dürfen nicht zusammen mit der Wartung über die jährlichen Betriebskosten abgerechnet werden. Muss der Melder nach 10 Betriebsjahren oder wegen Defekts ersetzt werden, sind Beschaffung und Montage Sache des Vermieters, ohne erneute Erhöhung der Kaltmiete aus diesem Grund. Bei Meldern mit Wechselbatterien und 9-V-Blockbatterie gilt bei vereinbarter Kleinbetragsklausel, dass du als Mieter die Kosten bis zur Obergrenze trägst, fehlt die Klausel, zahlt der Vermieter.
Welcher Melder passt zu Küche, Werkstatt und Flur?
Die häufigsten Geräte sind optische oder photoelektrische Rauchmelder für Wohnbereiche, daneben werden Brandmelder häufig mit einer Brandmeldeanlage verwendet. Die Übersicht zu automatischen und manuellen Meldern ordnet die Bauarten nach Sensor und Einsatz. Wärmemelder, auch Hitzemelder genannt, werden besonders häufig in rauchigen oder staubigen, aber normaltemperierten Räumen wie Werkstätten oder Küchen eingesetzt, in denen Rauchwarnmelder versagen. Sie sind preiswerter, reagieren aber träger als Rauchmelder oder Brandgasmelder und dienen vorwiegend dem Sachschutz in Warenhäusern, Fabrikhallen und Büros, denn auch Sprinkleranlagen werden durch Temperaturerhöhung aktiviert. Brandgasmelder melden Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid oder andere Verbrennungsgase und erkennen Schwelbrände früh in warmen, staubigen oder rauchigen Räumen, sind aber kein universeller Ersatz, weil sie weder Partikel noch Hitze erfassen. Flammenmelder erkennen das Licht der Flamme von Infrarot bis Ultraviolett mit Flackerfrequenz und eignen sich für Arbeitsplätze mit betriebsbedingter Rauchentwicklung sowie bei rasch erwarteten offenen Flammen. Mehrfachsensormelder vereinen etwa Optik und Thermik in einem Gerät und werten mit Schwellen, neuronalen Netzen oder Fuzzylogik aus, sodass sie weniger anfällig für Falsch- und Täuschungsalarme sind. Dazu kommen linienförmige Melder als Strahlmelder unter der Decke, lineare Wärmemelder als Sensorkabel für Tunnel oder Garagen, Ansaugrauchmelder mit Rohrnetz und Luftprobe sowie Videobrandmelder mit Kamera und Bildprozessor. Falschalarme entstehen durch Wartungsmängel, ungünstige Position oder Einstellung, durch Stapler mit Verbrennungsmotor, Tabakrauch und E-Zigarette unter dem Melder sowie durch Wasserdampf aus Kochen, Baden, Waschen und Bügeln, Haarspray, Kolophoniumdämpfe aus Löten und starke Staubentwicklung. Für die Planung im Haus hilft auch Elektroinstallation im Haus sicher verstehen und planen.
Wie arbeitet die Optik im kleinen Gehäuse?
Optische Melder arbeiten nach dem Streulichtverfahren als Tyndall-Effekt. Eine Infrarot-LED erzeugt einen für Menschen unsichtbaren Strahl, der am Empfänger als Fotodiode vorbeizielt, während ein Labyrinth aus schwarzem, nicht reflektierendem Material vor Reflexen von den Wänden und vor Fremdlicht schützt. Schon feinste Rauchpartikel aus einem frühen Brand- oder Schwelstadium reflektieren einen Teil und lenken ihn auf den Empfänger. Das Gehäuse sollte immer etwa durch ein Gitter gegen Insekten geschützt sein, die sonst eine häufige Quelle für Fehlalarme sind. Ein Lasermelder arbeitet statt mit einfacher Diode mit sehr heller Laserdiode und erkennt schon geringste Einstreuungen, und er wird hauptsächlich in hochsensiblen Bereichen wie bei Ansaugrauchmeldern eingesetzt. Ionisationsrauchmelder nutzen Alphastrahlen meist aus 241Am, die in der Luft Ionen erzeugen, sodass zwischen zwei geladenen Platten ein Strom fließt. Gelangen Rauchpartikel dazwischen, fangen sie Ionen ein, sodass die Leitfähigkeit sinkt und der Strom kleiner wird. Wegen der Radioaktivität laufen sie nur noch in Sonderfällen unter strengen Auflagen, doch bei Betrieb und Entsorgung ist das Risiko eines einzelnen Melders gering. In Angloamerika sind sie am weitesten verbreitet und dürfen dort über den Hausmüll entsorgt werden. Sie erkennen praktisch unsichtbare Partikel aus flammenden Bränden und Dieselruß, optische Geräte melden früh Schwelbrände mit relativ großen, hellen und kalten Partikeln, und beide ergänzen sich. Ein eindeutiger Vorteil bei Wasserdampf, Küchendämpfen oder Zigarettenrauch lässt sich für keinen Typ ausmachen.
Wann warnt CO und wann löst du von Hand aus?
Ein CO-Warnmelder schützt private Haushalte vor gesundheitsgefährdenden Konzentrationen, etwa in einem Raum mit Kamin vor einer Vergiftung. Nach EN 50291-1 schlägt er bei 300 ppm über drei Minuten sofort an, bei 100 ppm warnt er akustisch innerhalb von 10 bis 40 Minuten, im niedrigeren Bereich folgt das Signal nach circa 120 Minuten ohne Besserung. Sinken die Werte etwa durch intensives Lüften, stoppt der Alarm automatisch und kehrt in den Normalzustand zurück. Einfache Streifen mit weißer Beschichtung verfärben sich bei Kohlenmonoxid bräunlich oder schwärzlich. Ein Handfeuermelder als früherer Druckknopfmelder ist rot lackiert, hinter einer Glasscheibe vor versehentlicher Betätigung und Witterung geschützt, das Einschlagen und Drücken löst in der Zentrale Alarm aus und nur mit Spezialwerkzeug kann er zurückgestellt werden, um Missbrauch zu verhindern. Seit September 2008 tragen neue oder geänderte Anlagen nach EN 54-11 das Symbol „brennendes Haus“ im Rotton RAL 3001; nur das Wort Feuer darf dazu. Blaue Handmelder in RAL 5005 geben nur Hausalarm ohne Alarm bei der Polizei, orangefarbene in RAL 2011 lösen eine Rauchabzugsanlage aus, gelbe in RAL 1021 nach EN 12094-3 lösen die Handauslösung von Löschanlagen wie CO2 oder Sprühwasser aus, graue in RAL 7035 schalten Klima oder Lüftung ab und grüne in RAL 6032 entriegeln Fluchttüren; die Länder regeln teils anders.
Was tust du, wenn der Vermieter nichts montiert?
Der Vermieter ist in allen Bundesländern verpflichtet, die Wohnung oder das Wohnhaus nach Vorschrift auszustatten. Fehlen Melder oder sind nicht alle vorgeschriebenen Räume bestückt, sprich ihn zuerst persönlich an oder schreibe ihm. Reagiert er nicht, kannst du die Bauaufsichtsbehörde einschalten. Die Fragen nach Strafe und Versicherung bei fehlenden Meldern lassen sich nicht eindeutig beantworten; aktuell sind keine Fälle bekannt, in denen ein fehlender oder unsachgemäß betriebener Melder die Versicherungsleistung gemindert hätte. Werden bei einem Brand Personen verletzt, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vermieter oder Eigentümer. Für Brandmeldeanlagen in Deutschland gelten die DIN 14675 und die Technischen Anschlussbedingungen der Landkreise oder der örtlichen Feuerwehr, in Österreich TRVB 114 und 123 und in der EU die Reihe EN 54. Prüfe das Schlafzimmer, das Kinderzimmer und den Flur, lies die Anleitung zum Montageort in der Deckenmitte, notiere das Austauschdatum nach 10 Jahren und fordere schriftlich an, was noch fehlt.
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