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Telefonanlagen für Homeoffice und Betrieb
Vom einfachen Router bis zur kleinen TK-Anlage: Welche Funktionen für Homeoffice und Kleinbetrieb zählen und wie Installation, Wartung und Notruf gelingen.
Die Redaktion von Stromkreis · 6 Min. Lesezeit · Eintrag geprüft am

Eine Telefonanlage verbindet Telefon, Fax und Anrufbeantworter untereinander und mit einer oder mehreren Leitungen des öffentlichen Telefonnetzes, angeschlossene Geräte heißen Nebenstellen. Du erfährst hier, wie interne und externe Gespräche getrennt werden, welche Rechte du vergeben kannst und wie Verkabelung und softwarebasierte Technik in Homeoffice und Kleinbetrieb aussehen.
Was leistet eine kleine Anlage im Haus?
Du nutzt die Anlage als Vermittlungseinrichtung zwischen deinen Endgeräten und dem Amt. Interne Verbindungen zwischen den Nebenstellen bleiben im Haus, externe Verbindungen verlassen das Haus als Amtsgespräche über Amtsverbindungen. Für dich bedeutet das, dass du im Flur abnimmst und das Gespräch ins Arbeitszimmer weitergibst, ohne extern neu zu wählen. Die Anlage trägt dabei auch Leistungsmerkmale wie Weiterverbinden, Makeln, Rufumleitung und Rückfrageschaltung, dazu kommt oft ein zentraler Abfrageplatz für ankommende Rufe.
Wie kommen interne und externe Gespräche zusammen?
Du wechselst zwischen Innenverbindungssatz für interne Gespräche und Amtssatz für externe Gespräche, indem du eine Amtsleitung belegst. Dieser Vorgang heißt Amtsholung und läuft üblicherweise über eine Amtskennziffer, in Deutschland in der Regel die 0. Bei kleineren Anlagen wurde die Amtsholung vereinzelt durch Drücken der Erdtaste ausgelöst, andere Ausführungen der Rückfragetaste dienten ebenfalls dem Umschalten bei Rückfragen und der internen Vermittlung. Weitere Grundbegriffe erklärt der Artikel zur Telefonanlage mit den dortigen Abschnitten zur Vermittlung.
Warum lohnt sich der gemeinsame Amtsanschluss?
Du führst interne Gespräche zwischen den angeschlossenen Endgeräten ohne zusätzliche Gesprächskosten und nutzt kostenpflichtige Amtsanschlüsse besser aus. Nicht jedes Endgerät braucht eine eigene Teilnehmeranschlussleitung, weil sich mehrere Nebenstellen wenige Amtsleitungen teilen. Für analoge Anschlüsse erzeugt ein Rufstromgenerator die Rufspannung, Tongeneratoren erzeugen Signaltöne wie Frei- oder Besetztzeichen für den Anrufenden. Die Rufspannung beträgt meist circa 48 bis 60 Volt bei 50 Hertz und wird der Einfachheit halber mit einer separaten Transformatorwicklung direkt aus der Netzwechselspannung erzeugt.
Welche Rechte bekommt jede Nebenstelle?
Du vergibst für meist kostenpflichtige Amtsgespräche verschiedene Berechtigungen und legst auch fest, inwieweit Nebenstellen von außen erreichbar sind. Nicht amtsberechtigt heißt, dass die Nebenstelle keine Amtsgespräche führen oder entgegennehmen kann und bei Wahl der 0 gleich Besetzt erhält. Halbamtsberechtigt heißt, dass sie selbsttätig keine Amtsgespräche führen kann, aber von außen angerufen werden oder vermittelte Amtsgespräche erhalten kann, die der Abfrageplatz fallweise freigibt. Ortsberechtigt heißt, dass nach der 0 nur Ortsgespräche möglich sind, weil die Wahl weiterer Verkehrsausscheidungsziffern unterbunden wird. Vollamtsberechtigt heißt: keine Einschränkungen, häufig mit Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Gesprächen, querverbindungsberechtigt heißt: keine regulären Amtsgespräche, aber Gespräche zu eigenen externen Filialen. Bei modernen rechnergestützten Anlagen lassen sich diese Rechte noch deutlich differenzierter vergeben. Eine weitere Nutzungsform ist die Apothekerschaltung.
Brauchst du noch einen Abfrageplatz?
Du kennst den Abfrageplatz aus Betrieben, Behörden und öffentlichen Einrichtungen, in denen Telefonisten externe Anrufe entgegennahmen und an die gewünschte Nebenstelle vermittelten. Sie stellten für halbamtsberechtigte und nicht vollamtsberechtigte Nebenstellen meist bei gleichzeitiger Prüfung der Berechtigung Amtsverbindungen her und dienten in begrenztem Maße auch als Auskunft. Bei frühen Anlagen der 1930er Jahre stellten Telefonisten interne und externe Verbindungen noch manuell mit Stöpseln her und saßen vor Klappenschränken oder Glühlampenschränken. Heute beschränken sich ihre Aufgaben auf das Vermitteln von Anrufern, die die Durchwahl nicht kennen. Für dein Homeoffice heißt das, dass du einen zentralen Anruf selbst annehmen und gezielt weitervermitteln kannst.
Wie werden Telefone und Anlage verkabelt?
Du schließt die Anlage über klassische analoge Telefonanschlüsse oder über ISDN an das öffentliche Telefonnetz an, wobei Mobilfunkanbindungen über Gateways heute Standard sind. Für Endgeräte besitzt die Anlage digitale oder analoge Anschlussmöglichkeiten, sogenannte Anschlüsse, und je nach Typ bindest du Geräte kabelgebunden oder drahtlos als mobile Nebenstelle meist nach dem DECT-Standard an. Bei digitalen Endgeräten wie ISDN-Telefon, ISDN-Karte oder systemspezifischem Telefon nutzt du zum Anschluss einen vieradrigen S0-Bus oder eine systemspezifische Schnittstelle wie die zweiadrigen Schnittstellen Up0 und UpN. In der Regel stehen Endgeräte und Anlage räumlich getrennt, deshalb verbindest du sie über Installationskabel wie Telefonkabel oder Twisted-Pair-Kabel oder über Funknetze wie DECT, bei Kabelverbindung meist über Verteiler mit Anschlussklemmen oder über eine strukturierte Verkabelung. Hinweise zur Verkabelung im Haus findest du auch unter Heimnetzwerk einrichten: WLAN, LAN und Internet im Haus.
Was ändert sich mit IP und Software?
Du profitierst von der Konvergenz von Informations- und Telekommunikationstechnik, weil sich Telefonanlagen zunehmend in Richtung rein softwarebasierter Systeme auf Basis standardisierter oder kommerziell erhältlicher IT-Komponenten entwickeln. Solche Lösungen sind offener und verträglicher mit Servern, Betriebssystemen, Protokollen und Telefonendgeräten als klassische proprietäre Lösungen. Konkret kann eine moderne Telefonanlagen-Software auf handelsüblichen Servern laufen, auf denen Linux oder Windows-Server als Betriebssystem genutzt werden, und intern sowie zum Amtsanschluss hin per VoIP über das SIP-Protokoll kommunizieren, sodass sich handelsübliche SIP-Telefone anschließen lassen. Willst du amtsseitig per ISDN über einen Basisanschluss oder Primärmultiplexanschluss verbunden sein oder ISDN- und Analog-Endgeräte anschließen, kommen entsprechende VoIP-Gateways zum Einsatz. Ab dem Jahr 2000 kamen immer mehr voll IP-basierte Lösungen zum Einsatz, und damit vollzog sich die Abkehr von der Leitungsvermittlung hin zu reiner Paketvermittlung der digitalisierten Sprachdaten. Ergänzend hilft dir die Übersicht unter Fernsehempfang im Haus: Satellit, Kabel und Streaming, wenn du Leitungswege im Haus planst.
Was unterscheidet das europäische Prinzip vom US-Prinzip?
Du arbeitest in Europa mit einem auf das Endgerät bezogenen Vermittlungsansatz, der dem Satz „Ich verbinde“ folgt. In den USA folgen Telefonanlagen dem Prinzip gemeinsam genutzter Leitungen, dem Key Telephone System, das du aus US-Filmen mit dem Satz „Das Gespräch liegt auf Leitung 1“ kennst. Für dich heißt der Unterschied, dass du hier einer Nebenstelle ein Gespräch zustellst, statt eine Leitung zur Übernahme anzubieten. Mehrere Telefonanlagen lassen sich miteinander vernetzen und ein Unternehmensnetz bilden, in der Regel über eine auch virtuelle Standleitung, wobei Wählleitungen oder Richtfunk möglich bleiben, aber seltener eingesetzt werden.
Wie hältst du die Anlage wartbar?
Du nutzt die Protokolle der Anlage für die Verrechnung, weil sie in der Regel Zeiten und Rufnummern abgehender und ankommender Telefonate festhalten und kontrollieren, welche Gespräche von einzelnen Nebenstellen geführt werden dürfen. Bei der Vernetzung von Anlagen des gleichen Herstellers werden zur Steuerung des Verbindungsauf- und -abbaus und zur Übermittlung der Nutzsignale meistens systemspezifische Kommunikationsprotokolle eingesetzt, während du zur Vernetzung von Anlagen unterschiedlicher Hersteller ein Protokoll brauchst, das beide Anlagen beherrschen. In der Regel kommt das standardisierte QSIG-Protokoll zum Einsatz, das von nahezu allen Herstellern unterstützt wird; einige Hersteller bieten jedoch auch proprietäre Protokolle für erweiterte Funktionen, beispielsweise CorNet von Siemens, ABC-F von Alcatel-Lucent oder das herstellerübergreifende DPNSS. In den vergangenen Jahren haben auch Anlagen mit LAN-Anschluss für IP-Telefonie mit anlageninternen Endgeräten und zur Vernetzung mehrerer Nebenstellenanlagen über das Internet an Popularität gewonnen. Lege fest, welche Nebenstelle welche Berechtigung erhält, beschrifte Anschlüsse, Verteiler und Kabelwege und prüfe Protokoll, Amtsholung und Weiterleitung mit zwei Geräten im Haus.
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