HS-004Haustechnik und Energie
Waschmaschine und Energielabel verstehen
Energielabel, Schleuderwirkung und Programme verstehen: Worauf Haushalte beim Waschmaschinenkauf für Verbrauch, Leistung und Langlebigkeit achten.
Die Redaktion von Stromkreis · 6 Min. Lesezeit · Eintrag geprüft am

Du stehst vor zwei Waschmaschinen, beide wirken sparsam, beide werben mit einer guten Klasse, und du willst wissen, welche im Alltag weniger Strom zieht. Das Etikett hilft dir dabei, wenn du die Skala richtig liest. Im Europäischen Wirtschaftsraum gibt die Kennzeichnung Auskunft über die Energieeffizienz von Elektrogeräten und weiteren Energieverbrauchern, sie soll den realen Verbrauch transparent machen, den Vergleich ermöglichen und dir bei der Kaufentscheidung als Orientierung dienen.
Die hier genannten Details hat die Redaktion auf Überblick zur Energieverbrauchskennzeichnung nachgelesen.
Für den Kauf heißt das, du vergleichst nicht Werbesätze, sondern gleiche Klassen und gleiche Produktgruppen. Die Energieeffizienzklasse ist eine Bewertungsskala für das europäische Etikett, die dich in die Lage versetzen soll, sachkundige Entscheidungen auf der Grundlage des Energieverbrauchs zu treffen. Wenn du das verstanden hast, ordnest du auch eine neue A-Klasse anders ein als ein altes A-Plus-Zeichen.
Was sagt dir das Etikett im Laden wirklich?
Das Etikett auf dem Gerät und in Werbemitteln gehört zu einer harmonisierten Kennzeichnung, die in der EU 1992 für elektrische Haushaltsgeräte eingeführt wurde. Schon damals ging es um einheitliche Etiketten, damit du Geräte direkt miteinander vergleichen kannst. Grundlage bildete die Richtlinie 92/75/EWG. Der Gedanke ist bis heute gleich geblieben, nur der rechtliche Rahmen und die Skala haben sich verändert. Du siehst also kein freiwilliges Siegel, sondern eine vorgeschriebene Kennzeichnung mit festen Klassen.
Warum gab es ab 2021 wieder A bis G?
Die Einteilung lehnt sich an das britische und das US-amerikanische Schulnotensystem an, mit Wertungsklassen von A bis G, wobei früher A die beste Klasse mit niedrigem Bedarf darstellte und G die schlechteste mit hohem Bedarf. Über die Jahre kamen Plus-Klassen dazu, bis die Skala von A-drei-Plus bis G reichte. Mit Wirkung vom 1. März 2021 wurden alle Skalen auf die Grundskala von A bis G zurückgeführt. Im ersten Schritt wurde die Kennzeichnung für Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler, TV-Geräte und Beleuchtung überarbeitet.
Wo steht der rechtliche Rahmen für das Etikett?
Aktuelle Grundlage für die Kennzeichnung ist die Verordnung (EU) 2017/1369 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2017 zur Festlegung eines Rahmens für die Energieverbrauchskennzeichnung und zur Aufhebung der Richtlinie 2010/30/EU. Der Rahmen der Verordnung wird je Produktgruppe durch delegierte Verordnungen der Europäischen Kommission konkretisiert. Die Regelung gilt im Europäischen Wirtschaftsraum, sie gehört zum Wirtschaftsrecht und zum Umweltrecht und stützt sich auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, insbesondere Artikel 194 Absatz 2. Sie ist am 1. August 2017 in Kraft getreten und seit dem 1. August 2017 teilweise anzuwenden; Artikel 4 zur Produktdatenbank ist seit dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Die Fundstelle lautet Amtsblatt L 198 vom 28. Juli 2017, Seiten 1 bis 23, und die Regelung ist in Kraft getreten und anwendbar.
Wie liest du die Klassen A bis G beim Kauf?
Die Rahmenverordnung definiert eine von A bis G absteigende Skala. Wenn du eine Waschmaschine suchst, liest du A als sparsamste ausgewiesene Stufe innerhalb der jeweils gültigen Skala und G als Stufe mit dem höchsten ausgewiesenen Bedarf. Der Überblick zur Energieverbrauchskennzeichnung erklärt den Wechsel der Skalen und die Einordnung der Produktgruppen. Nimm dir beim Vergleich Zeit für zwei Geräte derselben Produktgruppe und derselben Skala, denn nur dann sagt die Einstufung etwas über den Unterschied im Alltag aus.
Warum bleibt A am Anfang bewusst leer?
Die Energieeffizienzklasse A soll jeweils zum Zeitpunkt der Einführung einer neuen Skala einer Produktgruppe von keinem Gerät erreicht werden und die Mehrzahl der Produkte soll die Klasse A frühestens 10 Jahre nach dem Inkrafttreten erreichen. Dahinter steht der Zweck, Spielraum nach oben zu lassen, damit die technische Entwicklung im Etikett sichtbar bleiben kann. Für dich bedeutet das, dass eine B- oder C-Klasse nach 2021 kein schlechtes Zeichen sein muss, sondern den neuen Maßstab spiegelt. Wenn du die Elektroinstallation im Haus: sicher verstehen und planen willst, hilft dieser Blick auf Reserven auch beim Einordnen von Anschlusswerten und Dauerlast im Waschkeller.
Was bedeutet das Etikett für deine Waschmaschine konkret?
Im ersten Schritt der Umstellung gehörte die Waschmaschine zu den ersten Produktgruppen mit neuer Skala, zusammen mit Kühlschränken, Geschirrspülern, TV-Geräten und Beleuchtung. Für die ersten Produktgruppen wurden die neuen Skalen im März 2021 eingeführt. Die Umstellung der Klassen durch delegierte Rechtsakte je Produktgruppe sollte zum Großteil bis zum 2. August 2023 abgeschlossen sein, für alle Produktgruppen sollen bis spätestens zum 2. August 2030 delegierte Rechtsakte erlassen werden. Die Wikipedia-Seite veröffentlicht keine eigenen Grenzwerte für Schleuderwirkung oder einzelne Waschprogramme. Du vergleichst also beim Kauf die ausgewiesene Effizienzklasse der Maschine, nicht ältere Plus-Zeichen aus Prospekten.
Wo findest du dasselbe Gerät in der EPREL-Datenbank?
Mit der Verordnung (EU) 2017/1369 wurde eine öffentlich zugängliche Produktdatenbank eingeführt, die European Product Registry for Energy Labelling, kurz EPREL. Sie ist seit Januar 2019 in Betrieb und seit Ende 2020 für Verbraucher einsehbar. Dort kannst du das Modell wiederfinden, das du im Laden oder im Prospekt gesehen hast, und die hinterlegten Angaben mit dem Etikett abgleichen. Notiere dir dafür die genaue Modellkennung vom Typenschild und prüfe Buchstaben, Ziffern und Zusatzzeichen, Zeichen für Zeichen, damit du nicht eine ähnliche Variante mit anderer Ausstattung erwischst.
Gilt das alte A-drei-Plus noch beim Vergleich?
Die auf Grundlage der früheren Richtlinie 2010/30/EU verwendete Kennzeichnung von A-drei-Plus bis G ist mit der neueren nicht vergleichbar. Das ist für dich im Waschkeller wichtig, weil eine alte A-drei-Plus-Maschine und eine neue C-Maschine nicht auf derselben Skala stehen. Lege alte Prospekte beiseite, wenn du ein neues Gerät einordnest, und achte auf das Ausstellungsdatum des Etiketts. Wenn du den E-CHECK im Einfamilienhaus: Ablauf, Kosten und Nutzen kennst, weißt du schon, wie stark eine klare Prüfung vom Bauchgefühl abweicht, und so verhält es sich auch beim Wechsel von der alten Plus-Skala zur neuen Grundskala.
Was prüfst du neben dem Etikett im Haus?
Das Etikett erklärt den Verbrauch, nicht den Stellplatz, den Wasserzulauf oder den ordnungsgemäßen Elektroanschluss. Schau dir an, wo die Maschine standsicher steht, wie der Zulauf und der Ablauf verlegt sind und ob Steckdose und Absicherung zum Aufstellort passen. Neben der Kennzeichnung von Geräten gibt es noch weitere Kennzeichnungen, die sich daran anlehnen, so zum Beispiel die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung in Deutschland und der Schweiz, und diese Einteilung von Pkw in Klassen, die dem System der Europäischen Union ähneln, wird kritisiert. Das zeigt dir, dass eine angelehnte Skala nicht dieselbe Aussagekraft haben muss wie das Etikett am Haushaltsgerät.
Schreibe dir vor dem Gang in den Laden Modellkennung, Klasse auf der neuen Skala von A bis G und Produktgruppe auf einen Zettel, gleiche die Daten in EPREL ab und halte dich beim Vergleich an Geräte mit derselben gültigen Skala.
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